Familienunternehmen – also Firmen, die im Besitz von Unternehmerfamilien sind – machen rund 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland aus. Sie stellen mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze und wachsen kräftig. Darunter sind viele bekannte und große Unternehmen wie BMW, Metro, Aldi oder Fresenius.

Und auch kleinere – wie die Palatia Malz GmbH.

Was ist ihr Erfolgsgeheimnis, was machen sie anders als Firmen mit anderen Eigner- und Entscheidungsstrukturen? Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) forscht seit Jahren zu dieser Unternehmensform und vertritt einige interessante Thesen. So hält es Familienunternehmen unter anderem für erfolgreicher und langlebiger. Das trifft zu: Und bei der Langlebigkeit ist die Palatia Malz GmbH dabei, denn sie feiert 2019 ihr 120-jähriges Bestehen.

Am Anfang war das Mehl

Am 4. November 1899 entstand das Unternehmen im nordpfälzischen Kreimbach-Kaulbach als Mehlmühle, die im Jahr 1904 zu einer Mälzerei umgebaut wurde. 1930 übernahm Max Göhler, der Großvater des heutigen Geschäftsführers und Mehrheitsgesellschafters Axel Göhler, die Mälzerei. In den darauffolgenden vier Jahrzehnten entwickelte Max Göhler das Unternehmen Palatia Malz zu einem wichtigen Akteur in der deutschen Malzbranche.

Investitionen in Produktion und Logistik

In der zweiten Unternehmergeneration erwarb Max Göhlers Sohn Eberhard 1987 zusätzlich zum Stammwerk die Mälzerei im rheinhessischen Wallertheim – logistische Überlegungen gaben hier den Ausschlag: Die Nähe zu den Rheinhäfen in Mainz, Wiesbaden und Worms sowie zu den Autobahnen nach Frankfurt und Köln versprach kürzere Wege und Lieferzeiten für den inländischen Verkauf, aber auch für den Export. Im Jahr 2007 automatisierte die Palatia Malz in Wallertheim die Absackung und Palettierung, 2009 entstand eine moderne Anlage zur Herstellung von Spezialmalzen, speziell von dunklen Karamell- und Röstmalzen. Und im Jubiläumsjahr 2019 wird nun die neue Logistik- und Lagerhalle eingeweiht werden. Über die Jahrzehnte wurde bei Palatia Malz also stets in die Zukunftsfähigkeit investiert – das ist typisch für ein inhabergeführtes Unternehmen, wie der geschäftsführende Gesellschafter Dr. Axel Göhler feststellt: „Die Zeichen der Zeit zu erkennen, aber trotzdem Qualität und Tradition nie aus dem Blick zu verlieren, darum ging es allen drei Generationen in unserem Unternehmen.“

Gute Kombination: Tradition und Innovation

Immer die Qualität im Auge, vertraut die Traditionsmälzerei seit vielen Jahren auf handwerkliches, langsames Mälzen und kombiniert dieses mit modernen Methoden der Produktion, Logistik und Qualitätskontrolle. Bereits kurz nach der Jahrtausendwende erkannte Palatia Malz das Potenzial des Craftbier-Trends und bietet seit 2007 Craft- und Spezialmalze an, die im In- und Ausland stark nachgefragt werden. Das Portfolio umfasst heute rund 50 Produkte. Diese werden unter der Marke BESTMALZ® an mehr als 300 Kunden in der DACH-Region sowie über zertifizierte Händler in mehr als 60 Länder weltweit vertrieben: Basis- und Spezialmalze, Bio-Malze und Malz aus der traditionellen Gerstensorte Barke.

Dr. Axel Göhler, der Enkel Max Göhlers, stieg 2014 ins Management ein, startete einen unternehmensweiten Erneuerungsprozess und steht heute gemeinsam mit zwei familienfremden Geschäftsführern an der Spitze der der national und international stark wachsenden Mälzerei.

„Familienunternehmen bilden in Deutschland das Rückgrat unserer Wirtschaft. Ausreichend Wachstumskapital, Digitalisierung und Konsolidierung in der deutschen Brauwirtschaft stellen in unserer Branche für den Mittelstand Herausforderungen dar, keine Frage! Aber es gibt auch viele Chancen. Wir für unseren Teil haben uns vorgenommen, diese zu nutzen!“, schaut Mehrheitsgesellschafter Dr. Axel Göhler mutig in die Zukunft.