Dieser Bierstil begeistert nicht nur Fans in Deutschland, sondern hat sich auch international einen hervorragenden Ruf erarbeitet: das Altbier. In den Sud geben Brauer nicht nur normales Gerstenmalz. Spezial- und Röstmalze verleihen diesem Bierstil seine besondere Ausprägung. Die Schüttung ist – wie so oft – ein wohlgehütetes Geheimnis. Was macht ein Altbier aus und wie ist es entstanden?

Der Name „Altbier“ bringt es auf den Punkt: Bier nach alter Brauart. Im Jahre 1266 wurde das Braurecht an die Privatbrauerei Bolten in Korschenbroich (Deutschland) vergeben. Damit ist sie die weltweit älteste Altbierbrauerei. Nur zum Vergleich: Ungefähr zur gleichen Zeit wurden die Brille und der trockene Kompass erfunden.

Neben dem Altbier aus Düsseldorf und Umgebung gibt es noch zwei weitere obergärige Bierstile nach traditioneller Brauart: Das Kölsch aus Köln und Weizenbier aus Bayern. Grund dafür ist, dass der Kühlschrank erst im Jahre 1873 von Carl von Linde erfunden wurde und bis dahin fast nur obergärige Biere gebraut werden konnten. Im Gegensatz zu obergärigen Hefen, die eine Temperatur von 14 bis 25 Grad Celsius beim Gären bevorzugen und somit auch bei Zimmertemperatur arbeiten, benötigen untergärige Hefen eine Temperatur von 4 bis 12 Grad Celsius, um optimal arbeiten zu können.

Nebenbei bemerkt: Linde erfand den Vorgänger unseres heutigen Kühlschranks nur deswegen, weil der Direktor der damals größten Brauerei Österreichs hartnäckig nachfragte, ob der Tüftler eine Kälteanlage für Gärkeller bauen könnte.

Es existieren zwei verschieden Arten von Altbier. Zum einen gibt es das westfälische Altbier aus der Region Münster. Es besteht etwa zu einem Drittel aus Weizenmalz und hat einen geringen Anteil an dunklen Malzen. Es zeichnet sich durch seine cremige Schaumkonsistenz und eine hellere Farbe aus. Die zweite Variante ist das Düsseldorfer Altbier. Dafür wird nur Gerstenmalz verwendet, kombiniert mit einem höheren Anteil an Röstmalzen.

Was macht nun ein typisches Altbier aus?

Der „Prototyp“ des Altbiers definiert sich als dunkles obergäriges Vollbier mit einer Stammwürze von 11,0 bis 12,5 Grad Plato. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 4,8 und 6,0 Volumenprozent. Ein Wert von 20 bis 45 IBU zeigt, wie unterschiedlich Hopfen eingesetzt werden kann. Die Farbe (30 bis 38 EBC) reicht von kupferrot bis tiefbraun. Der Malzcharakter dominiert den Biergeschmack und die Hopfenbittere hält sich im Hintergrund. Ein kleiner Anteil an Röstmalzen ist essentiell für ein gelungenes Altbier. Auch Karamellmalze können die Süffigkeit und Vollmundigkeit verbessern. Das Bier lebt von der Balance aus nussigem Malzgeschmack und der Bittere des Hopfens. Eine Besonderheit des Stils ist die Gärführung. Um ungewollte Gärnebenprodukte der obergärigen Hefe (wie zum Beispiel Bildung von Diacetyl) zu vermeiden, wird die Gärung bei sehr niedrigen Temperaturen geführt.

Mit seiner rustikalen, malzig-herben Eigenheit begeistert das Altbier nicht nur seine Fans im Herkunftsland Deutschland. Mittlerweile hat es sich auch international einen guten Ruf erarbeitet.

Deshalb steht das Altbier bei der BestBrewChallenge 2022 im Fokus. Gebraut werden soll es mit dem Röstmalz BEST Chocolate. Alle Konditionen rund ums Brauen und den Wettbewerb gibt’s auf www.bestbrewchallenge.com.